Was ist Rehasport? Definition, Voraussetzungen und Ablauf
Rehabilitationssport, kurz Rehasport, ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung, die Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen dabei hilft, ihre Bewegungsfähigkeit zu erhalten oder wiederherzustellen. Anders als Physiotherapie findet Rehasport in der Gruppe statt, ist langfristiger angelegt und steht Menschen mit chronischen Erkrankungen, körperlichen Behinderungen oder altersbedingten Einschränkungen offen.
Die rechtliche Grundlage: § 64 SGB IX
Rehasport ist im Sozialgesetzbuch IX (§ 64) als Ergänzung zur medizinischen Rehabilitation verankert. Das bedeutet: Die Krankenkasse trägt die Kosten, wenn ein:e Ärzt:in feststellt, dass ein:e Patient:in von regelmäßiger, angeleiteter Bewegung in der Gruppe profitiert. Die Verordnung erfolgt über das Formular Muster 56, das wir im Artikel zur Rehasport-Verordnung ausführlich erklären.
Für wen ist Rehasport gedacht?
Rehasport richtet sich an Menschen mit langfristigen gesundheitlichen Einschränkungen. Dazu gehören: orthopädische Erkrankungen wie Rückenbeschwerden oder Gelenkverschleiß, neurologische Erkrankungen wie Schlaganfall-Folgen oder Multiple Sklerose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, geistige und körperliche Behinderungen sowie altersbedingte Mobilitätseinschränkungen. Der gemeinsame Nenner: Regelmäßige Bewegung in der Gruppe hilft, den Gesundheitszustand zu stabilisieren oder zu verbessern.
Wie unterscheidet sich Rehasport von Physiotherapie?
Während Physiotherapie meist als Einzelbehandlung eine bestimmte Beschwerde gezielt therapiert, geht Rehasport in die Breite: Er findet in der Gruppe statt, fördert die soziale Komponente und ist langfristig angelegt. Eine Verordnung umfasst in der Regel 50 Übungseinheiten, die über 18 Monate absolviert werden. Während Physiotherapie also kurzfristig wirkt, baut Rehasport langfristig Bewegungsgewohnheiten auf.
Was kostet Rehasport?
Für die Teilnehmer:innen: nichts. Die Krankenkasse übernimmt die kompletten Kosten. Anders als bei Medikamenten oder Heilmitteln fällt auch keine Zuzahlung an. Auch für Einrichtungen entstehen keine Kosten, wenn der Rehasport durch einen anerkannten Anbieter wie WellExperts direkt vor Ort organisiert wird.
Wie läuft eine Rehasport-Stunde ab?
Eine Rehasport-Einheit dauert 45 Minuten und besteht typischerweise aus drei Teilen: Aufwärmen, Hauptteil mit gezielten Übungen, und Abschluss mit Entspannung oder Dehnung. Eine qualifizierte Übungsleitung führt die Gruppe an. Materialien wie Bälle, Tücher oder leichte Gewichte werden vom Anbieter mitgebracht – Sportumgebung oder spezielle Räumlichkeiten sind nicht nötig. Auch im Gemeinschaftsraum einer Einrichtung kann Rehasport stattfinden.
Wie lange dauert eine Rehasport-Verordnung?
Eine Rehasport-Verordnung über Muster 56 umfasst typischerweise 50 Übungseinheiten über einen Zeitraum von 18 Monaten. Das ist eine Übungseinheit pro Woche mit etwas Puffer für Urlaub, Krankheit oder Feiertage. Nach Ablauf kann eine Folgeverordnung beantragt werden, wenn die Voraussetzungen weiterhin bestehen.
Häufige Fragen
Brauche ich eine ärztliche Verordnung für Rehasport?
Wer übernimmt die Kosten?
Wo findet Rehasport statt?
Was unterscheidet Rehasport von normalem Sport?
Fazit
Rehasport ist eine wertvolle Möglichkeit für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, ihre Bewegungsfähigkeit zu erhalten oder zu verbessern – kassenfinanziert, in der Gruppe, mit professioneller Anleitung. Wenn Sie für Ihre Einrichtung Rehasport direkt vor Ort organisieren möchten, sprechen Sie uns gerne an.
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